Home   Allgemein   Neustrukturierung zeigt Wirkung

Neustrukturierung zeigt Wirkung

Die Stöhr-Gruppe setzt auf größeren Branchen-Mix – Gesamt-Umsatz 2016 stabil

Die Neustrukturierung der Stöhr-Gruppe zeigt Wirkung: Dank eines größeren Branchen-Mix’ konnte der Unternehmensverbund 2016 unterm Strich den Vorjahres-Umsatz trotz Wegfall eines Großkunden übertreffen. 

Die Stöhr-Gruppe – bestehend aus der Stöhr Spedition GmbH & Co.KG, der Select Service Stöhr OHG und der Personal Service Stöhr OHG – hat sich in den vergangenen Jahren breiter aufgestellt, um das seit Jahren rückläufige Geschäft mit Print-Produkten auszugleichen. Der Bereich Papier bleibt aber mit gut zwei Drittel des Umsatzes immer noch das stärkste Segment. Hier konnte die Unternehmensgruppe den weiteren Rückgang bei Zeitungen und Zeitschriften durch das gestiegene Geschäft mit Beilagen und anderen Druckwerken mehr als kompensieren.

Dafür wird der Bereich Automotive immer wichtiger: Stöhr beliefert die Werkstätten in (Nord-) Bayern von VW und Mercedes Benz „nächtlich“ mit Ersatzteilen. 2016 hat die Spedition hier zwei weitere Nachtexpressrouten dazu bekommen. Und auch die Leistungen für Handel und Industrie haben, beispielsweise durch einen großen Kunden aus der Chemie-Branche, im vergangenen Jahr weiter zugenommen.

Dadurch konnten die Gruppe insgesamt den Vorjahresumsatz sogar leicht übertreffen: Während die Spedition um etwa zwei Prozent auf 24,4 Mio. € und Personal Service Stöhr um rund zehn Prozent auf 381.000€ zulegen konnten, musste Select Service Stöhr einen Umsatzrückgang um circa acht Prozent auf 4,3 Mio. € verbuchen. Da ein Großkunde für die Weiterverarbeitung von Prospekten sein Werbekonzept geändert hat, wurden diese Leistungen nicht mehr nachgefragt. Die so frei werdenden Kapazitäten konnten bisher nur zum Teil an Neukunden verkauft werden.

Dafür wächst der Lager-Bereich deutlich. „Dienstleister, die Fläche zur Verfügung stellen können, werden immer rarer,“ erklärt der geschäftsführende Gesellschafter Uwe Stöhr. „Da wir unsere Lagerkapazitäten in der Vergangenheit deutlich vergrößert haben, können wir jetzt davon profitieren,“ ergänzt der geschäftsführende Gesellschafter Oliver Stöhr. Auch der Bereich Personaldienstleistungen wächst weiterhin an. Vor allem Logistik- und Lager-Kräfte sind bei den Kunden verstärkt im Einsatz.

Die Stöhr-Spedition hat ihren Firmensitz im vergangenen Jahr von Bayreuth nach Nürnberg verlegt und im Zuge der Umstrukturierung wurde der oberfränkische Standort verkleinert. Der Logistikdienstleister beschäftigt jetzt 180 Mitarbeiter (2015: 175), für Select Service Stöhr sind weiterhin rund 400 „helfende Hände“ im Einsatz und Personal Service Stöhr hat nun zwölf feste Beschäftigte.

Weiterhin ein Thema ist der Fachkräfte-Mangel – vor allem bei den Berufskraftfahrern. Auch trotz der Ausbildung von Nachwuchskräften – die Stöhr-Gruppe bildet insgesamt acht junge Menschen in den Berufen Kaufmann für Speditions- und Logistikdienstleistung, Kaufmann für Büromanagement, Fachkraft für Lagerlogistik und Berufskraftfahrer aus – sind gute Mitarbeiter Mangelware. Mit der Einführung eines Schicht-Modells will die Spedition als Arbeitgeber deshalb noch attraktiver werden. „So können wir unseren Mitarbeitern einen Acht-Stunden-Tag meist garantieren, was in der Branche nicht unbedingt üblich ist,“ sagt Uwe Stöhr.

Damit dies ohne Effektivitätsverlust möglich ist, hat das Familine-Unternehmen kräftig in die IT investiert. „Wir konnten einen neuen IT-Leiter gewinnen und haben eine neue Branchen-Software eingeführt,“ erläutert Oliver Stöhr. So wurden zum Beispiel zusätzliche Controlling-Tools angeschafft und die Telematik der gesamten Flotte auf den neuesten Stand gebracht.

Etwa 70 Fahrzeuge, vom Kleinbus bis zum 40-Tonner mit Hebebühne, sind für die Spedition aktuell unterwegs. „In den vergangenen Jahren wurde unser kompletter Fuhrpark erneuert, so dass wir jetzt ausschließlich Euro-VI-Fahrzeuge haben“, sagt Uwe Stöhr. Außerdem wurde die Zahl der Auflieger deutlich erhöht und die Anhänger wurden jetzt mit RFID-Chips ausgestattet. Im laufenden Jahr sollen weitere Sattelanhänger dazu kommen. „Unsere Kunden wollen die Auflieger vor Ort haben, um die Ware kontinuierlich einladen zu können,“ erläutert Oliver Stöhr. Und das Unternehmen kann so den Umlauf und damit die Maschinenlaufzeiten weiter steigern.

Für die Zukunft sieht sich die Stöhr-Gruppe gut gerüstet: 2016 liefen bei der Stöhr-Spedition die Vorarbeiten für die Zertifizierung nach DIN ISO 9001:2015, die im Frühjahr 2107 erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Der Logistikdienstleister hat damit ein bestätigtes Qualitätsmanagementsystem.

Und die Stöhr-Spedition hat jetzt auch einen neuen Kooperationspartner: Seit dem Frühjahr 2017 ist die Logistik-Gruppe Mitglied im International Logistic Network (ILN) mit Sitz in Sinzig. Das Nürnberger Unternehmen hat einerseits als Depotpartner für ILN die Verteilung und Einspeisung von Sammelgut übernommen und betreibt zusätzlich für die Stückgutkooperation in Nordbayern auch einen Umschlag-HUB, einen sogenannten Transshipment-Point (TSP).

Von dem Regionalumschlaglager mit europaweiter Gateway-Funktion mit 1.500 Quadratmeter Fläche und 13 Rampen starten mehr als 20 Linien pro Nacht, zum Beispiel täglich nach Prag, Wien, Pinsdorf bei Salzburg, in die Balkan-Staaten oder bis nach Griechenland. Stöhr stellt dafür das komplette Lagerpersonal und das nötige Equipment, wie zum Beispiel fünf Elektro-Stapler.

„Die neue Partnerschaft ist für uns die optimale Ergänzung zu unserem bisherigen Geschäft“, erläutert Uwe Stöhr. So bietet die Kooperation auch vertrieblich neue Perspektiven: „Wir können auch spät noch Sendungen einspeisen und den Kunden gewährleisten, dass diese am nächsten Tag zum Beispiel in Lyon zugestellt werden“, ergänzt Oliver Stöhr. Dadurch soll auch das internationale Geschäft vor allem ins EU-Ausland und speziell nach Süd-Ost-Europa und Frankreich weiter ausgebaut werden: „Wir wollen mit den neuen Partnern die Möglichkeiten nutzen, die Nürnberg als Logistik-Drehkreuz bietet,“ erklären die beiden Brüder. Aus der Speditionskooperation CTG ist die Stöhr-Spedition dafür im Herbst 2016 ausgeschieden.

Im Frühjahr 2017 hat Stöhr außerdem rund 80.000 € in eine komplett neue LED-Beleuchtung mit EDV-Steuerung für die Hallen investiert. Das ist – ganz im Sinne von Green Logistics – nicht nur gut für die Umwelt sondern spart auch im großen Stil Kosten: die Anlage soll sich innerhalb von zwei Jahren amortisieren.